Sommerfahrt der Sippe Adler aus Wormersdorf (Siedlung Richeza)

„Wir gehen wandaaan, wir gehen wandaaan…“ Mit diesem mehr oder minder melodischen Ausspruch wurden Frauke und ich mehrfach von den vier Jungs zur Weißglut gebracht. Und doch war die Fahrt der Sippe Adler wunderschön. Die Sippe wurde erst im Frühjahr gegründet und da es im Gau Tomburger Schar dieses Jahr für die Sippen kein zentrales Sommerlager gab, entschlossen wir uns eben einfach auf Fahrt zu gehen. Ohne große Vorbereitung, ohne großes Brimborium, ohne Plan. 

So starteten wir in Bad Breisig und schlugen uns erstmal entlang des Rheins nach Süden durch. Da die ausgebaute Landstraße und Gleise entlang des Rheins mir aber schnell zu laut wurden, verließen wir das Rheintal und erklommen die angrenzenden Weinberge. Für die gerade mal 11-jährigen Jungs war dieser Anstieg eine erste Kraftprobe und ich merkte, dass ich meine Streckenerwartungen für die nächsten Tage vielleicht etwas anpassen musste. Doch genau das ist das wundervolle an so einer Sippenfahrt. Es gibt kein festes Ziel. Wenn wir munter waren, gingen wir, wenn wir hungrig waren, aßen wir und wenn wir müde waren, schliefen wir. Und wir schliefen überall. In Kohten, in Schutzhütten, auf Weinbergen, in einem Pfadfinderhaus mit einer Dusche (das war so schön! Dank an FvS aus dem GNO für die Übernachtung) oder einfach gerade da, wo wir waren. Das Wetter war zwar trocken, doch machte uns die Hitze und sengende Sonne besonders auf den schattenlosen Weinbergen schnell zu schaffen. Für unsere Reiseplanung bedeutete dies, dass wir immer von Wasserquelle zu Wasserquelle planen mussten. Glücklicherweise befanden sich in unserem Wandergebiet zahlreiche natürliche Quellen, so dass wir nicht immer auf die nette Hilfe von Anwohnern zum Wasserauffüllen angewiesen waren.

Und trotz steiler Anstiege und sengender Sonne schafften wir mehr Strecke als ich für möglich gehalten hatte. Nach wenigen Tagen erreichten wir Weißenthurm und überquerten den Rhein. Auf der anderen Rheinseite ging es für uns wieder nach Norden bzw. rheinabwärts. In der Nähe von Leutesdorf verbrachten wir einen wunderschönen Abend. Wir schlugen unsere Kohte auf dem Grat eines Weinberges auf und konnten so die Aussicht mehrere hunderte Meter durch das Rheintal genießen. Besonders Frauke und ich genossen diese Aussicht und saßen noch bis in die dunkle Nacht dort am Hang auch als die Sipplinge schon lange schlafen waren.

Doch so schön es auch war, so schnell war unsere Fahrt dann auch schon wieder vorbei. Am nächsten Morgen ließen wir uns in Leutesdorf einsammeln und freuten uns auf die Annehmlichkeit fließenden Wassers, einer Toilette und eines weichen Bettes. 

Zwei der vier Jungs sind es seit Kurzem bei den Pfadfindern und dennoch stand für alle vier Sipplinge nach der Fahrt fest, dass diese Fahrt ein grandioses Erlebnis war. Jeder, der schon mal auf Fahrt war, weiß, dass der Weg das Ziel ist und die Abenteuer, die man erlebt, kaum in Worte gefasst werden können. Für uns steht jedenfalls fest, dass wir bald wieder auf Fahrt gehen.

^SR

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