Probewanderung für Englandfahrt

Es ist Freitag, der 21.06.2013 gegen 17 Uhr als nach und nach die Teilnehmer der Sommerfahrt nach England im Rheinbacher Pfadfinderhaus eintrudeln. Doch die Sommerfahrt findet erst im August statt, was also wollen die Jungs und Mädchen im Alter von 13-15 Jahren dort? Foto 21.06.13 18 31 52

Vester hat zur Generalprobe gebeten. Alle sollen erleben wie es ist, komplett draußen zu leben: immer auf Fahrt; ohne schützendes Dach; ohne sichere Schlafmöglichkeit; ohne die Gewissheit auf eine warme Dusche nach den Strapazen. Für viele ist es die erste Fahrt. Die meisten waren zwar schon auf unzähligen Lagern, aber ein Lager ist eben doch etwas anderes. Es ist eher ein Urlaub, wohingegen die Fahrt ein Abenteuer ist. Und um auf dieses Abenteuer perfekt vorbereitet zu sein, werden die Teilnehmer noch ein letztes Mal von Vester eingewiesen. Wie sollte der Rucksack gepackt sein? Welche Dinge kann ich zuhause lassen? Wie funktioniert das mit Karte und Kompass?
Und dann geht los. Das erste Ziel ist die Tomburg. Die Tomburg ist Wahrzeichen und Name unseres Gaues und somit für jeden Pfadi aus dem GTS eine Pflichtstation. Als wir dort ankommen, ist es schon spät und die Nacht senkt sich über uns nieder. Doch so erleben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang vom Tomberg aus und sehen wie in Rheinbach, Meckenheim und Wormersdorf die Lichter angehen. Selbstverständlich wird auch noch die Ruine selbst erklommen. Foto 21.06.13 22 16 49

Inzwischen hat die Nacht voll eingesetzt und wir wissen immer noch nicht wo wir schlafen sollen. Da die Uhr auch fast Mitternacht anzeigt, sind die meisten Teilnehmer ziemlich erschöpft. Es wird also beschlossen auf den Kohtenaufbau zu verzichten und eine nahe gelegene Schutzhütte als Quartier für die Nacht zu beziehen. Da wir mehr als 10 Personen sind und die Schutzhütte den Grundriss einer Kohte noch unterbietet wird es in dieser Nacht eng. Oder eher hoch, den die Schlafsäcke liegen mehr über- als nebeneinander. Und so ist eine unruhige Nacht, da bei jeder Bewegung fast immer die ganze Gruppe wach wird. Als wir gegen 5:30 Uhr Besuch von einem neugierigem Wanderer bekommen, beschließen wir aufzubrechen und weiterzuziehen. Es geht nach Todenfeld. Dort frühstücken wir ausgiebig, da wir bei den Anwohnern nach Wasser fragen wollen, dies aber nicht vor 9 Uhr tun wollen. Schließlich ist Samstag und für viele Menschen Wochenende. Da man von Todenfeld aus sehr weit sehen kann, wird die Gruppe dort auch in Kreuzpeilung geschult. Kreuzpeilung ist ein Verfahren zur Standortbestimmung. Das sollte in einem bekannten Ort zwar nicht nötig sein, doch ist es für Wanderung durch unbekanntes Terrain unerlässlich. Foto 21.06.13 22 22 06

Gegen Mittag sind wir am „frischen Brünnchen“ bei Merzbach und Vester kann voller Freude endlich seinen Benzinkocher zum Einsatz bringen. So gibt es für alle die erste warme Mahlzeit und wie sollte es anders sein: Spaghetti Bolognese.
Anschließend wurden noch ein letztes Mahl Wasser und auch Nahrungsmittelvorräte bei den netten Anwohnern von Merzbach aufgefüllt bevor es uns wieder nach Rheinbach zog.Foto 22.06.13 14 04 39 Da man Rheinbach kannte, wusste man wo es schön ist und so zog es uns in den Freizeitpark wo wir neben dem ersten festen Klo an diesem Wochenende auch die Minigolfanlage unsicher machten. Dort besuchte uns auch kurz „Lüggeli“ und schwärmte von seiner ersten Fahrt und wünscht der ganzen Gruppe tolle Abenteuer in England. Doch in England sind wir noch lange nicht, wir sind in Rheinbach und brauchen einen Schlafplatz für die Nacht. Da man nicht am allzu bekannten Pfadihaus zelten will, aber auch nicht wieder in den Wald wandern will, organisiert Vester einen Schlafplatz bei seiner Mutter im Garten. Dort angekommen wird die lange sperrig mitgeschleppte Gitarre ausgepackt und der bunte Abend findet seinen Höhepunkt in brennendem Tschai auf offenem Feuer. Foto 23.06.13 08 15 06
Als am Sonntag die Sonne aufging, hatten wir den ersten und einzigen Regen schon hinter uns. Doch leider mussten wir nun nasse Kohtenbahnen einpacken, die nicht nur schwerer sondern auch „ekliger“ waren. Gegen Mittag war unsere Wanderung vorbei und obwohl es nur 2 Nächte waren, waren wir in einer anderen Welt. In unserer Welt gab es keine Uhrzeiten, sondern nur den Lauf der Sonne. In unserer Welt gab es keine Kilometer, sondern nur die Lust am Wandern. In unserer Welt gab es kein „Ich“, sondern ein „Wir“. So muss ich sagen, dass obwohl es nur sehr kurz war, dieses Wochenende mir nicht nur eine Menge Spaß gemacht hat, sondern mich auch in dem Glauben bestärkt, dass die Gruppe bereit ist, quer durch England zu wandern. – Von Küste zu Küste.
^SR

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