Kreuz und Quer nach Stirling

Wir reisen Kreuz und Quer durch Großbritannien. Nachdem wir einen grausigen Tag gestern hatten, wollten wir eine warme Unterkunft, um uns ein wenig zu trocknen. Doch mein Plan, dass es in Glasgow schon irgendwas geben wird, ging leider gar nicht auf. Wir sind unzählige Hostels und später sogar Hotels abgewandert, bevor wir total frustriert aufgaben und schon nach Schlafplätzen unter Brücken suchten. Ein Schlafplatz unter einer Brücke wurde es dann zwar nicht, sondern 2 Kohten in einem Stadtpark, aber einige der Kinder waren definitiv an ihre körperlichen und mentale Grenzen gekommen, so dass m Abend auch vereinzelt Tränen flossen. Selbst eine Ründe Schokokekse konnte da nicht mehr viel retten.
Doch so schlecht der gestrige Tag endete, so schön startete der heutige. Die Nacht war mehr oder weniger trocken. Also wirklich trocken ist es hier nie, aber ich bin schon zufrieden, wenn der Regen nur von oben und nicht noch von der Seite oder gar von unten durch eisige Winde angepeitscht kommt. Und – oh Wunder – man konnte zwischen 2 Regenschauern manchmal sogar die Sonne sehen. Durch meine Berichte auf der Homepage waren einige Eltern doch etwas besorgt, so dass auch aus Deutschland versucht wurde, für uns einen trockenen Schlafplatz zu finden. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an Fr. Kirchner und Hr. und Fr. Viebahn. Wenig später fand man auch einen Schlafplatz. Allerdings in Stirling, welches nochmal ein ganz schönes Stück nördlich und wieder an der Ostküste lag.
So hatten wir ein Tagesziel: Stirling.
Unglaublich von der Aussicht auf einen trockenen Schlafplatz motiviert, ging es in den Zug nach Stirling. Und wir checkten am frühen Nachmittag im „William Wallace Hostel“ in Stirling ein. Und wie immer machten wir aus der Not eine Tugend und haben uns mit der Geschichte Stirlings sowie der davon untrennbaren Biografie William Wallace‘ auseinander gesetzt und sind auf historischen Spuren gewandelt. Der Besuch des ‚Beheader Stone‘ (Enthauptungsstein) ist zwar etwas grausig, gewährte uns aber eine hervorragende Aussicht über Stirling. Und spätestens mit dem Besuch der Pizzeria war die Laune der Kinder wieder gehoben. Selten habe ich die Kinder sich so sehr über eine mittelmäßige Pizza freuen sehen. 🙂
Der Abend wurde aber noch besser. Ich habe mit einigen Kindern noch eine kleine Abendwanderung zum ‚Forth‘ gemacht, während der Rest in der Jugendherberge blieb. Jugendherberge bedeutet hier übrigens wirklich noch, dass man einzelne Betten in Gemeinschaftszimmern bucht. Es gibt eine Gemeinschaftsküche und einen Gemeinschftsraum, in dem die Kinder schnell Konakte zu allerhand Menschen, aus aller Herren Nationen, knüpften. Während die Kinder den Abend mit Videospielen oder an InternetPcs verbrachten (Liebe Eltern, ihr braucht keine Hoffnung haben, dass eure Kinder euch eine Email geschrieben haben – das Internet wurde lediglich für Facebook und Youtube-Videos genutzt), habe ich beschlossen, dass es nötig ist, dass ich meine ursprüngliche Planung überarbeite und mehr Jugendherbergsaufenthalte einplane. Das sprengt zwar die Reisekasse in allen Dimensionen, aber ich mache lieber einen finanziellen Verlust beim Sommerlager, als dass ich motivierten Kinder ein schlechtes Sommerlager serviere.
Daher sieht unser Plan jetzt wie folgt aus:
Heute (18.) übernachten wir in besagter Jugendherberge.
Morgen (19.) geht es eine Nacht raus in die schottischen Berge, die uns vom Horizont aus anlächeln.
Am 20. habe ich eine Übernachtung in einem ‚Bunkhouse‘ nahe Stirling gebucht. Bunkhouse ist am besten mit Schlafbaracke zu übersetzen und noch etwas unter eine Jugendherberge anzusiedeln. Aber uns reicht ja alles was ein Dach hat.
Am 21. werden wir morgens wieder nach Glasgow fahren, da ich die Stadt vom ersten Eindruck her sehr reizvoll fand. Als ich sie gestern sah, erinnerte sie mich an eine Mischung aus New York und London. Definitiv sehenswert meiner Meinung nach. Daher schlafen wir am 21. in einer Jugendherberge gehobenen Standards in Glasgow. Wenn wir schon so weit nach Norden gekommen sind, sollten wir auch alles mitnehmen. Und dazu gehört auch Glasgow.
Danach wird es dann wieder für zwei Nächte etwas ungewisser und wir versuchen nochmal unser Glück mit der freien Natur und dem schottischen Wetter bevor es spätestens am Samstag, dem 24. in das ‚City Hostel Carlisle‘ geht. Für den 25. plane ich, die Festung in Carlisle zu besichtigen, die quasi den Endpunkt des Hadrianswall in westlicher Richtung darstellt.
Am 25. werden wir dann irgendwo in Nordengland campieren, bevor wir ab dem 26. dann dauerhaft unser Quartier in Newcastle beziehen.

Alles in allem ist diese Fahrt mehr Abenteuer als ich es selbst erwartet hätte. Jeder, der mich kennt, weiß wie sehr ich akkurate Planung schätze und alle Eventualitäten im Voraus ausschließe. Doch jegliche Planung ist inzwischen dahin und ich bin selbst Spielball von Wetter und Schicksal. Das soll aber nicht heißen, dass ich keinen Spass hätte.
Es ist großartig. Die Gruppe wächst unglaublich zusammen und mal abgesehen von den beschriebenen Stimmungstiefs herrscht meistens hervorragende Stimmung. Alle Teilnehmer sind froh dabei zu sein und nicht einer bereut irgendwas. Die Jungs lieben das Abenteuer und die Mädels freuen sich, dass sie soviel sehen.
„Wir haben nur eine Wanderung am Hadrianswall gebucht und bekommen stattdessen eine komplette England-und Schottlandrundreise“, meinte eins der Kinder auf meine Frage nach dem Wohlbefinden.
Also kurz und knapp: es geht uns sehr gut und auch wenn sich die Elemente gegen uns verschworen haben, erleben wir hier das Abenteuer unseres Lebens.
Da ich wie immer nur vom Handy schreibe, bitte ich alle Rechtschreib- und Grammatikfehler zu entschuldigen.
^SR

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